Klarheit für neue Wege.

Unter diesem Motto bieten wir Ihnen regelmäßig Impulse aus unserer Leadership Toolbox an. Um Nachahmung wird gebeten. Viel Spaß beim Entdecken und Lesen.

Führungsinstrumente Anne David-Schröder

 

 


06. Juni 2011, 19:01

Ein Netz, das trägt...

Mit dem Rollenwechsel zur Führungskraft sind eine Vielfalt an Anforderungen und Verantwortung auf Sie eingeströmt. Erfahrene Führungskräfte berichten immer wieder von der Einsamkeit, die diese Rolle auch mit sich bringt. Desto wichtiger ist es, sich rechtzeitig ein tragfähiges Netz an Beziehungen aufzubauen – das in guten Zeiten ein stabiles Fundament sichert, vor allem aber in schwierigen Momenten hilft sich besser zurechtzufinden. In der Begleitung von Führungskräften höre ich oft, wie schwierig es im dichten Zeitplan des Alltags ist, Beziehungen zu pflegen. Es stimmt! Und doch: Wie viel schwerer ist es, wenn Sie plötzlich wirklich Hilfe benötigen – oft ist dann der Abstand inzwischen zu groß. Plötzlich realisieren Sie, dass das Netz fehlt, das Sie gerade jetzt auffangen würde. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich Herausforderungen nicht alleine stellen müssen. In erfolgreichen Zeiten und in schwierigen Situationen. Fangen Sie heute damit an.

Was Sie davon haben:

  • Erfahrungsaustausch, der gerade zu Beginn Ihrer Führungslaufbahn so wertvoll ist

  • Neues Wissen, dass Sie weiterbringt und Ihnen fachlich wie persönlich hilft Hürden zu meistern und ungeschriebene Regeln zu beachten

  • Kreative Ideen, auf die Sie allein vielleicht nicht gekommen wären

  • Schutz vor „Betriebsblindheit“ und eingefahrenem Denken, denn guter, ehrlicher Kontakt sichert Ihnen die Möglichkeit des Perspektivenwechsels

  • Hilfe in wirklichen Krisensituationen

Wenn Sie Ihre Kontakte regelmäßig pflegen, ist es ist so viel leichter um Hilfe zu bitten, wenn es nötig ist.

Um ein langfristig tragfähiges Netz aufzubauen, brauchen Sie drei Ressourcen emotional intelligent agierender Führungskräfte:

1. Kontaktfähigkeit
Meint wirkliches Interesse für andere Menschen, ihre Erfahrungen, Geschichten, Blickwinkel, Gedanken, Ideen und Erlebnisse.

2. Vertrauen in sich und andere
Vertrauen ist eine unverzichtbare Fähigkeit, um standhafte Beziehungen aufzubauen. Jeder von uns ist in seinem Leben schon enttäuscht worden. Ich meine hier nicht blindes Vertrauen.

Worum es geht sind drei Dimensionen:

Vertrauen in sich selbst:
Was sind Ihre Stärken? Was kann Ihnen niemand nehmen, auch wenn es ganz schwer wird? Was können Sie ( noch ) nicht, möchten und werden es aufbauen?

Vertrauen in andere:
Signalisieren Sie den Menschen: Ich habe Vertrauen in Deine guten Absichten, Deine Stärken, ich glaube an Dich. Das ist nicht immer leicht, aber fragen Sie sich ernsthaft, was es im Gegenzug kostet, nicht zu vertrauen und voller Misstrauen durchs Leben zu gehen. Und was das für die Gestaltung Ihrer beruflichen und privaten Beziehungen bedeuten würde.

Vertrauen aufbauen:
Vertrauen wächst durch positive Erfahrungen und Glaubwürdigkeit. Sorgen Sie dafür, dass Menschen in Ihrem Umfeld gute Erfahrungen mit Ihnen in Erinnerung behalten, sorgen Sie für Verlässlichkeit, denn das schafft Glaubwürdigkeit. Halten Sie Zusagen ein. Vertrauen braucht Zeit. Leider haben wir oftmals nicht Jahre, um Vertrauen aufzubauen. Was also tun? Setzen Sie auf persönliche Empfehlungen und bitte Sie Ihre Kontakte Sie vorzustellen. Sind Sie Nahbar. Erzählen Sie, wer Sie sind und wie Sie leben. Gemeinsamkeiten und Vertrautes schaffen ein gutes Gefühl. So entsteht Verbindung.

3. Selbst-Bewusstsein

Hier im Sinne von Wahrnehmungsfähigkeit. Mit welchen Menschen umgeben Sie sich gerne, wem hören Sie gerne zu, wer hört Ihnen gerne zu und weshalb, wie und womit begeistern Sie andere? Es geht um Ihr ganz eigenes Rezept, das besondere Salz, das nur Sie der Suppe hinzufügen. Das was Sie interessant macht und Ihnen Charisma verleiht. Keine Ahnung? Machen wir uns auf die Suche…

Reflexion: Nehmen Sie sich 30 Minuten Zeit, besuchen Sie Ihren Lieblingsplatz, schließen Sie die Augen und gehen Sie auf Ihre eigene Reise.

Stellen Sie sich folgende Fragen:
  • Für was können Sie sich wirklich begeistern?
  • Was ist Ihre Leidenschaft?
  • Was ist Ihnen wichtig?
  • Wann hören andere Ihnen gespannt zu und fragen nach? Worüber berichten Sie dann?
  • Wann vergessen Sie im Gespräch die Zeit, sind ganz und gar vertieft ins Thema?
  • Wann springt der Funke über? Worum geht es dann?

Mit dieser kleinen Reflexion finden Sie Ihre Besonderheiten, die Sie mit anderen teilen sollten. Lösen Sie sich von dem Gedanken, dass es etwas GROSSES braucht. Jeder von uns, hat etwas Besonderes, was ihn strahlen lässt und interessant für andere macht.

Hören Sie aufmerksam zu. Ein gutes Gespräch findet im Austausch statt. Die Gesprächsanteile sind ca. 50:50. Achten Sie auf Leichtigkeit. Nehmen Sie achtsam wahr, wann der Andere nicht mehr bei Ihnen ist. So stellen Sie sicher, Ihren Gesprächspartner zu vereinnahmen.

Erste Schritte mit denen Sie sofort starten können, um Ihr Netzwerk aufzubauen oder aufleben zu lassen:

1. Erstellen Sie eine Liste aller Menschen, die Sie jetzt kennen oder in der Vergangenheit kannten (Familie, Freunde, aktuelle und ehemaligen Kollegen und Kundenkontakte, Geschäftspartner, Studienkollegen etc.)

2. Ordnen Sie diese Kontakte und fokussieren Sie sich auf jene, mit denen Sie sich wohl gefühlt haben. Finden Sie die für Sie passende Lösung, um diese Kontakte zu verwalten und nicht zu vergessen (Xing, Excel oder ein Notizbuch).

3. Trennen Sie Ihr privates und berufliches Netzwerk.

4. Räumen Sie je 1 Stunde in der Woche für Ihre beruflichen und privaten Kontakte ein, um Ihr Netzwerk zu pflegen (in Ruhe telefonieren, E-Mails schreiben etc.). Am besten mit einem Termin als Wiedervorlage. Sichern Sie durch diese Regelmäßigkeit, dass Ihre Beziehungen wachsen und Sie am Leben der anderen teilhaben.

5. Unterstützen Sie Ihre Kontakte, wenn Sie Hilfe brauchen. Das können ein Gespräch, ein Kinobesuch, ein Abendessen, ein Glas Wein, ein fachlicher Austausch, eine Empfehlung für einen guten Arzt, Experten, Restaurants sein.

6. So tun Sie Gutes im ganz Kleinen. Das sorgt bei Ihnen für ein gutes Gefühl und kommt irgendwann zurück, wenn Sie einmal Unterstützung, eine Empfehlung oder eine wichtige Stimme benötigen.

Herzlichst, Ihre Anne David

Redakteur

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