Klarheit für neue Wege.

Unter diesem Motto bieten wir Ihnen regelmäßig Impulse aus unserer Leadership Toolbox an. Um Nachahmung wird gebeten. Viel Spaß beim Entdecken und Lesen.

Führungsinstrumente Anne David-Schröder

 


28. Februar 2012, 20:18

Über gerechte Führung

Wenn es um Führungswerte geht, steht einer bei neuen Führungskräften hoch im Kurs: „Ich möchte meine Mitarbeiter gerecht behandeln“. So oder ähnlich antworten viele Teilnehmer meiner Seminare auf die Frage, was ihnen ein wichtiger Wert im eigenen Führungshandeln ist. Gerecht ist ein erstrebenswertes Ziel. Auf genaue Nachfrage wird Gerechtigkeit jedoch oft mit GLEICH gleichgesetzt. Und das hat Auswirkungen, die oftmals nicht zum gewünschten Ergebnis (motivierte, leistungsstarke Mitarbeiter, die engagiert an der Erreichung der Ziele arbeiten) führen.

Gallup®, Inc. ein weltweit führendes Beratungsunternehmen befragt jedes Jahr tausende Mitarbeiter zu den Themen Bindung, Engagement und Motivation. Man kann also davon ausgehen, dass deren Erkenntnisse beachtenswert sind. Im Ranking ganz oben finden sich folgende Einflussfaktoren (Auszug), die über Engagement entscheiden und an denen Führungskräfte ansetzen können:

  • Anerkennung für gute Arbeit
  • Regelmäßiges Feedback über persönliche Fortschritte bei der Arbeit
  • Einbeziehung durch Berücksichtigung der Meinung der Mitarbeiter
  • Offenheit des Vorgesetzten für Vorschläge und neue Ideen
  • Interesse des Vorgesetzten am Mitarbeiter als Mensch
  • Förderung der beruflichen Entwicklung
  • Stärkenorientierter Einsatz
  • Bestärkung und Unterstützung, Aufgaben und Projekte zu übernehmen, die man sich selbst nicht gleich zugetraut hätte

Umfassende Informationen zur Studie unter http:​/​/​eu.​gallup.​com/​Berlin/​146030/​Praesentation-zum-Gallup-EEI­-2010.​aspx

Wenn Sie diese Einflussfaktoren auf sich wirken lassen, wird schnell klar. Erfolgreiche Führung verlangt nicht Gleichbehandlung, sondern situative und individuelle Führung. Weil jeder Mensch einzigartig ist. In seinen Kompetenzen, Erfahrungen, Leistungen, Stärken, Schwächen, Entwicklungsfeldern und Motivatoren. Es geht nicht darum, Unterschiede zu beseitigen, sondern diese sinnvoll für alle Beteiligen einzusetzen. Denn dann entsteht Synergie. Versuchen Sie dagegen, Mitarbeiter in ein Schema zu pressen, verhindern Sie jede Möglichkeit der individuellen Förderung von Leistung und Weiterentwicklung. Auch im Kontakt haben Mitarbeiter unterschiedliche Bedürfnisse. Reicht dem einen das monatliche Meeting vollkommen, so braucht der andere das wöchentliche Jour fix als Leitlinie.

Führung erfolgreich zu leben heißt: Vertrauen aufbauen, klar und konsequent kommunizieren, regelmäßige Leistungsrückmeldungen und individuelle Begleitung der Entwicklung. Das geht nicht ohne Interesse für den Einzelnen. Finden Sie heraus, wie Sie jeden Einzelnen individuell führen und damit das Fundament für Engagement und Leistung setzen. Führen Sie fair entsprechend Ihren verbindlichen und klar kommunizierten eigenen Werten. Das schafft Vertrauen und Berechenbarkeit. Das bedeutet auch zwischen „langer Leine und enger Führung“ variieren zu können und im Dialog mit dem Mitarbeiter die richtige Dosierung individuell zu entwickeln. Damit die erfahrenen Hasen nicht ausgebremst und die Einsteiger nicht überfordert werden.

Das ist nicht einfach, weil Patentrezepte nicht funktionieren. Gleichheit und Konformität wäre zugegeben sehr viel einfacher. Wenn Sie wirksam und gemeinsam erfolgreich sein (werden) wollen, dann bedeutet das: Individualität berücksichtigen und SITUATIV IN FÜHRUNG gehen!

Ihre Anne David

Redakteur

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