Klarheit für neue Wege.

Unter diesem Motto bieten wir Ihnen regelmäßig Impulse aus unserer Leadership Toolbox an. Um Nachahmung wird gebeten. Viel Spaß beim Entdecken und Lesen.

Führungsinstrumente Anne David-Schröder

 


06. Juni 2011, 19:01

Ein Netz, das trägt...

Mit dem Rollenwechsel zur Führungskraft sind eine Vielfalt an Anforderungen und Verantwortung auf Sie eingeströmt. Erfahrene Führungskräfte berichten immer wieder von der Einsamkeit, die diese Rolle auch mit sich bringt. Desto wichtiger ist es, sich rechtzeitig ein tragfähiges Netz an Beziehungen aufzubauen – das in guten Zeiten ein stabiles Fundament sichert, vor allem aber in schwierigen Momenten hilft sich besser zurechtzufinden. In der Begleitung von Führungskräften höre ich oft, wie schwierig es im dichten Zeitplan des Alltags ist, Beziehungen zu pflegen. Es stimmt! Und doch: Wie viel schwerer ist es, wenn Sie plötzlich wirklich Hilfe benötigen – oft ist dann der Abstand inzwischen zu groß. Plötzlich realisieren Sie, dass das Netz fehlt, das Sie gerade jetzt auffangen würde. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich Herausforderungen nicht alleine stellen müssen. In erfolgreichen Zeiten und in schwierigen Situationen. Fangen Sie heute damit an.

Was Sie davon haben:

  • Erfahrungsaustausch, der gerade zu Beginn Ihrer Führungslaufbahn so wertvoll ist

  • Neues Wissen, dass Sie weiterbringt und Ihnen fachlich wie persönlich hilft Hürden zu meistern und ungeschriebene Regeln zu beachten

  • Kreative Ideen, auf die Sie allein vielleicht nicht gekommen wären

  • Schutz vor „Betriebsblindheit“ und eingefahrenem Denken, denn guter, ehrlicher Kontakt sichert Ihnen die Möglichkeit des Perspektivenwechsels

  • Hilfe in wirklichen Krisensituationen

Wenn Sie Ihre Kontakte regelmäßig pflegen, ist es ist so viel leichter um Hilfe zu bitten, wenn es nötig ist.

Um ein langfristig tragfähiges Netz aufzubauen, brauchen Sie drei Ressourcen emotional intelligent agierender Führungskräfte:

1. Kontaktfähigkeit
Meint wirkliches Interesse für andere Menschen, ihre Erfahrungen, Geschichten, Blickwinkel, Gedanken, Ideen und Erlebnisse.

2. Vertrauen in sich und andere
Vertrauen ist eine unverzichtbare Fähigkeit, um standhafte Beziehungen aufzubauen. Jeder von uns ist in seinem Leben schon enttäuscht worden. Ich meine hier nicht blindes Vertrauen.

Worum es geht sind drei Dimensionen:

Vertrauen in sich selbst:
Was sind Ihre Stärken? Was kann Ihnen niemand nehmen, auch wenn es ganz schwer wird? Was können Sie ( noch ) nicht, möchten und werden es aufbauen?

Vertrauen in andere:
Signalisieren Sie den Menschen: Ich habe Vertrauen in Deine guten Absichten, Deine Stärken, ich glaube an Dich. Das ist nicht immer leicht, aber fragen Sie sich ernsthaft, was es im Gegenzug kostet, nicht zu vertrauen und voller Misstrauen durchs Leben zu gehen. Und was das für die Gestaltung Ihrer beruflichen und privaten Beziehungen bedeuten würde.

Vertrauen aufbauen:
Vertrauen wächst durch positive Erfahrungen und Glaubwürdigkeit. Sorgen Sie dafür, dass Menschen in Ihrem Umfeld gute Erfahrungen mit Ihnen in Erinnerung behalten, sorgen Sie für Verlässlichkeit, denn das schafft Glaubwürdigkeit. Halten Sie Zusagen ein. Vertrauen braucht Zeit. Leider haben wir oftmals nicht Jahre, um Vertrauen aufzubauen. Was also tun? Setzen Sie auf persönliche Empfehlungen und bitte Sie Ihre Kontakte Sie vorzustellen. Sind Sie Nahbar. Erzählen Sie, wer Sie sind und wie Sie leben. Gemeinsamkeiten und Vertrautes schaffen ein gutes Gefühl. So entsteht Verbindung.

3. Selbst-Bewusstsein

Hier im Sinne von Wahrnehmungsfähigkeit. Mit welchen Menschen umgeben Sie sich gerne, wem hören Sie gerne zu, wer hört Ihnen gerne zu und weshalb, wie und womit begeistern Sie andere? Es geht um Ihr ganz eigenes Rezept, das besondere Salz, das nur Sie der Suppe hinzufügen. Das was Sie interessant macht und Ihnen Charisma verleiht. Keine Ahnung? Machen wir uns auf die Suche…

Reflexion: Nehmen Sie sich 30 Minuten Zeit, besuchen Sie Ihren Lieblingsplatz, schließen Sie die Augen und gehen Sie auf Ihre eigene Reise.

Stellen Sie sich folgende Fragen:
  • Für was können Sie sich wirklich begeistern?
  • Was ist Ihre Leidenschaft?
  • Was ist Ihnen wichtig?
  • Wann hören andere Ihnen gespannt zu und fragen nach? Worüber berichten Sie dann?
  • Wann vergessen Sie im Gespräch die Zeit, sind ganz und gar vertieft ins Thema?
  • Wann springt der Funke über? Worum geht es dann?

Mit dieser kleinen Reflexion finden Sie Ihre Besonderheiten, die Sie mit anderen teilen sollten. Lösen Sie sich von dem Gedanken, dass es etwas GROSSES braucht. Jeder von uns, hat etwas Besonderes, was ihn strahlen lässt und interessant für andere macht.

Hören Sie aufmerksam zu. Ein gutes Gespräch findet im Austausch statt. Die Gesprächsanteile sind ca. 50:50. Achten Sie auf Leichtigkeit. Nehmen Sie achtsam wahr, wann der Andere nicht mehr bei Ihnen ist. So stellen Sie sicher, Ihren Gesprächspartner zu vereinnahmen.

Erste Schritte mit denen Sie sofort starten können, um Ihr Netzwerk aufzubauen oder aufleben zu lassen:

1. Erstellen Sie eine Liste aller Menschen, die Sie jetzt kennen oder in der Vergangenheit kannten (Familie, Freunde, aktuelle und ehemaligen Kollegen und Kundenkontakte, Geschäftspartner, Studienkollegen etc.)

2. Ordnen Sie diese Kontakte und fokussieren Sie sich auf jene, mit denen Sie sich wohl gefühlt haben. Finden Sie die für Sie passende Lösung, um diese Kontakte zu verwalten und nicht zu vergessen (Xing, Excel oder ein Notizbuch).

3. Trennen Sie Ihr privates und berufliches Netzwerk.

4. Räumen Sie je 1 Stunde in der Woche für Ihre beruflichen und privaten Kontakte ein, um Ihr Netzwerk zu pflegen (in Ruhe telefonieren, E-Mails schreiben etc.). Am besten mit einem Termin als Wiedervorlage. Sichern Sie durch diese Regelmäßigkeit, dass Ihre Beziehungen wachsen und Sie am Leben der anderen teilhaben.

5. Unterstützen Sie Ihre Kontakte, wenn Sie Hilfe brauchen. Das können ein Gespräch, ein Kinobesuch, ein Abendessen, ein Glas Wein, ein fachlicher Austausch, eine Empfehlung für einen guten Arzt, Experten, Restaurants sein.

6. So tun Sie Gutes im ganz Kleinen. Das sorgt bei Ihnen für ein gutes Gefühl und kommt irgendwann zurück, wenn Sie einmal Unterstützung, eine Empfehlung oder eine wichtige Stimme benötigen.

Herzlichst, Ihre Anne David

Redakteur

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06. Juni 2011, 19:00

Mit dem Team in Führung gehen...

Veränderungen mutig vorantreiben.

Wie initialisieren Sie als junge, engagierte Führungskraft eine neue Führungs- und Teamkultur?

Sie haben es geschafft. Ihr Vorgesetzter bietet Ihnen einen wichtigen Karriereschritt an. Sie werden die Leitung eines Teams übernehmen und Sie wollen die bisher eher als Einzelkämpfer agierenden Mitglieder in ein leistungsstarkes Team überführen. Keine leichte Aufgaben, denn die sind es nach Jahren gewohnt, nach Anweisungen zu arbeiten und haben sich in ihrer Situation eingerichtet. Was also tun?

1.Innere Haltung
Menschen streben danach, sich weiterzuentwickeln, Ihre Stärken ausleben zu können und die Möglichkeit zu haben, Verantwortung für die eigenen Ideen übernehmen zu können. Machen Sie sich diese Haltung zu eigen, sie ist die Basis für kooperative Führung, die gemeinsames Wachstum ermöglicht.

2.Zusammen sind wir besser
Sorgen Sie dafür, dass die Gedanken und Ideen Ihrer Mitarbeiter maßgeblich Ihr gemeinsames Abteilungsergebnis einfließen. Fragen Sie immer wieder nach der Meinung Ihrer Mitarbeiter. Integrieren Sie eine Möglichkeit des offenen Austausches im gelebten Alltag. Das heißt konkret: Führen durch offene Fragen, ohne vorgefertigte Ergebnisse im Kopf, mit Spielraum zum Gestalten des Weges zum Ziel.

3.Prozesse unter der Lupe
Interessieren Sie sich unvoreingenommen für die Abläufe und Tätigkeitsabgrenzungen, die es gibt. Bitte Sie um Vorschläge, diese zu verbessern. Ermutigen Sie Ihre Mitarbeiter immer wieder aufs Neue, ihre Vorstellungen einzubringen.

4.Raum für Zusammenarbeit
Etablieren Sie regelmäßig einmal in der Woche eine Teambesprechung, in der Sie aktuelle Fragestellungen besprechen, sich über Projekte gegenseitig informieren und aktuelle Themen austauschen. So sind alle im Team informiert. Hier ist Raum für Fragen und Entscheidungen, die gemeinsam erarbeitet werden können. Das erhöht maßgeblich das Commitment. Denn nur auf Basis verschiedener Perspektiven lassen sich nachhaltig gute Entscheidungen treffen. Agieren Sie als Moderator oder vergeben Sie die Moderationsrolle wie einen Staffelstab, so dass jeder im Team mal die Verantwortung für das Meeting übernimmt. Sichern Sie Gruppenergebnisse mit klaren Vereinbarungen.

5.Vom Fachexperten zum Führungsexperten
Fachkompetenz ist wichtig, doch letztlich haben Sie dafür Ihre Experten im Team. Was Sie jetzt in der Führungsrolle brauchen, sind vor allem Leadership-Qualitäten wie: Kommunikations-, Konfliktmanagement-, Selbstführungskompetenz, Innovatives Denken und Veränderungskompetenz.

6.Spielraum zu agieren
Ihre Zeit ist knapp, enge Termine und Druck von oben gehören dazu. Wie sollen Sie sich da regelmäßig mit Ihren Mitarbeitern austauschen? Sie haben Recht, es ist nicht einfach. Und doch entscheiden Sie, ob Sie nur auf Anweisungen von oben reagieren oder ob Sie mit Ihrem Team eigeninitiativ in Führung gehen. Lassen Sie sich von erfahrenen Mitarbeitern unterstützen, nutzen Sie deren Kompetenzen und delegieren Sie Fachaufgaben. Nehmen Sie sich aktiv Zeit für Führung und schaffen Sie so ein Erfolgsteam.

7.Die richtigen Dinge tun
Wann und wie sind Sie kreativ? Nehmen Sie sich den Freiraum, den Sie brauchen, um Strategien zu erarbeiten und neue Ideen zu entwickeln.

8.Was treibt
Achten Sie auf individuelle Bedürfnisse. Ist es bei Mitarbeiter x die Möglichkeit in Ruhe arbeiten zu können, legt Mitarbeiter y ggf. viel Wert auf Kontakt, Kommunikation und Austausch. Schaffen Sie Ihren Mitarbeitern den Raum, die Themen auf ihre Art zu lösen.

9.Entwicklung unterstützen
Geben Sie Feedback: Konstruktiv und Lösungsorientiert. Positiv und wertschätzend – auch bei kritischen Rückmeldungen. Nur wer weiß, was er wirklich gut macht und noch verbessern sollte, kann die gewünschte Richtung einschlagen. Nutzen Sie ICH-BOTSCHAFTEN, hören Sie aktiv zu. Fragen Sie gezielt nach Erfolgen und Entwicklungspotenzialen des Mitarbeiters: Auf was ist er/sie stolz, was möchte er/sie verbessern. Entwickeln Sie Ihre Frage- und Coaching-Kompetenz.

10.Meilensteine feiern
Ermöglichen Sie gemeinsame Momente, die Bestleistungen würdigen. Feiern Sie Fortschritte gemeinsam.

In diesem Sinne wünscht Ihnen das Leadership Competence Center um Anne David eine schöne Weihnachtszeit und einen erfolgreichen Start ins neue Jahre 2011.

Redakteur

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06. Juni 2011, 18:58

Strategiepause im Hochdruckgebiet...

Wie schaffe ich es, neben dem Tagesgeschäft, Zeit für wichtige strategische Konzeptarbeit freizuhalten?

Eine Frage, die gerade neue Führungskräfte häufig beschäftigt. Klar, denn gerade als Neue/r in der Führungsrolle wollen Sie es besonders gut machen. Sie wollen ansprechbar bleiben, unterstützen, ein offenes Ohr haben und alle Projekte stets im Blick behalten. Am Ende des Jahres merken Sie dann allzu oft, dass die strategische Arbeit mal wieder auf der Strecke geblieben und in der Hektik des Alltags schlichtweg untergegangen ist. Und machen wir uns nichts vor. Selbst Arbeitswissenschaftler sind der Meinung: Unterbrechungen und Dauerstörungen gehören heute einfach dazu. Zerstückelte Arbeitstage, in denen wir von einem Meeting zum nächsten, vom Kundentermin zur Projektplanung eilen, ermöglichen das nicht.

Nicht gerade befriedigend und auch nicht wirklich gesund auf Dauer.

Umso wichtiger ist, es eigene Wege zu finden, notwendige Weiterentwicklungen, Visions- und Strategiearbeit zu ermöglichen. Denn davon ist Ihr ganz persönlicher Erfolg und der Ihres Unternehmens abhängig.

So entkommen Sie der Hektik.

1. Strategiearbeit und Konzeptentwicklung braucht Ihre Kreativität und Ruhe. Blocken Sie Ihren Kalender mit einem Serientermin – mindestens einmal im Monat – und nehmen Sie Ihre Ziele so ernst wie die Ziele, die Sie mit Ihren Mitarbeitern vereinbaren. Absagen geht also nicht.

2. Zu welcher Tageszeit sind Sie richtig fit? Morgens, nach dem Mittag oder in den Abendstunden? Legen Sie sich den Termin fix in diese Zeit bspw. immer von 09:00 – 13:00 Uhr.

3. Legen Sie sich am Abend vorher die Unterlagen zurecht.

4. Am Morgen gilt: Das E-Mail Programm und die Tür bleibt zu, das Telefon umgestellt. Nur bis 13:00 Uhr. Danach sind Sie erreichbar und offen für Anfragen und Unterstützung.

5. Sie sitzen im Großraumbüro? Gehen Sie auf die Suche nach einer Denkinsel. Buchen Sie sich für diese Zeit einen Besprechungsraum oder arbeiten Sie in einem leeren Büro, um wirklich ungestört zu sein. Alternativ: Legen Sie eine halben Tag im Home-Office ein.

Getreu nach dem Motto „Ich bin zwar da – aber nicht hier. Im Dienste des Unternehmens.

Was Sie dazu brauchen?

Das Selbstverständnis, dass Denkarbeit eine wichtige Führungsaufgabe ist, dafür hat man Sie eingestellt.

Auch wenn das „Dringliche“ noch so sehr an Ihre Tür klopft. Einmal im Monat für 4 Stunden muss es draußen bleiben.
Ihr Chef wird es Ihnen danken, wenn er Ihre Ergebnisse sieht. Denn Strategen und gute Konzepte braucht jedes Unternehmen, um langfristig erfolgreich voranzugehen! Schön, wenn er merkt, dass Sie einen wertvollen Beitrag dazu leisten. Und ganz nebenbei werden Sie nach diesen Denkinsel-Tagen sehr zufrieden nach Hause gehen, denn Sie haben einen großen Meilenstein bewältigt. Das schlechte Gewissen – sonst ein ständiger Wegbegleiter – ist befriedigt. Ihre Mitarbeiter werden merken, dass Sie besser drauf sind und offener für deren Belange. Denn Ihr wichtigstes TO-DO haben Sie heute schon erledigt.

Herzlichst, Ihre Anne David

Redakteur

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06. Juni 2011, 18:57

Vom Umgang mit dem schwarzen Schaf...

In meinem Führungsseminaren und Coachings höre ich immer wieder von „schwarzen Schafen und sturen Eseln“ ;-). Im Ernst, die Frage nach dem „Wie“ treibt viele neue Führungskräfte um? Wie spreche ich Störungen konstruktiv an? Wie gehe ich mit Unverbindlichkeit um? Wie kann ich sagen, was ich anders haben möchte? Das alles – ohne Kollegen oder Mitarbeiter zu verprellen, schlimmer noch, gar zu verletzten – ohne die Beziehung aufs Spiel zu setzen. Wie positioniere ich mich in meiner Führungsrolle und werde als Führungskraft respektiert – ohne zum Kontrollfreak, Besserwisser oder Nörgler zu werden und „den Chef raushängen zu lassen“.

Probleme so anzusprechen, dass sie Gehör finden ist nicht einfach. Denn impulsiv Dampf abzulassen oder sich auf zarte Andeutungen zu beschränken wird Sie nicht zum Ziel bringen. Ich bin sicher, diese Erfahrungen haben Sie schon gemacht. Wie kann es also gehen?

Ein Leitfaden…

1.Welche Farbe habe ich und welche hätte ich gerne.
Fragen Sie sich selbst nach Ihrem Motiv? Was wollen Sie wirklich erreichen? Was ist Ihr Ziel für das Gespräch? Was soll sich ändern? Worum genau geht es Ihnen? Denken Sie daran: Kritik ist sehr subjektiv und spiegelt Ihre Wahrnehmung von einer Situation wieder. Was der eine schlecht findet, ist für den anderen oftmals gar kein Thema. Hinterfragen Sie deshalb vor einem Gespräch kritisch Ihren Anspruch, denken Sie an eigene Ecken und Kanten. Gewinnen Sie Klarheit über Ihr Ziel.

2.Auf der grünen Wiese oder in der Box.
Überlegen Sie sich, wen Sie ansprechen möchten. Geht es um eine bestimmte Person, macht es wenig Sinn in der nächsten Teambesprechung ganz allgemein Kritik zu üben. Die 5 Teammitglieder, die hoch engagiert Ihren Job erledigen, könnten die Welt nicht mehr verstehen und mehr als demotiviert zurück an die Arbeit gehen. Das „schwarze Schaf“ dagegen fühlt sich womöglich gar nicht angesprochen. Daher: Nutzen Sie Teambesprechungen nur, wenn Ihr Anliegen wirklich alle Teammitglieder gleichermaßen betrifft. Ansonsten empfiehlt sich: Ab in die Box – führen Sie das Gespräch unter vier Augen. Damit stellen Sie niemanden an den Pranger.

3.Schreiben ist Unkraut – Reden ist saftiger Klee!
Gerade in Zeiten der digitalen Kommunikation heißt es mehr denn je: Führung bedeutet emotional intelligente Kommunikation und Kontakt. Wann immer machbar - persönlichen Kontakt.

4.Solange die Wiese noch grün und saftig ist.
Jedes „schwarze Schaf“ war mal weißgrau. Warten Sie nicht zu lange und sprechen Sie Themen, die Ihnen auf der Seele liegen frühzeitig an. Sehen Sie es als Übungsfeld. Kleine Details, die es zu verbessern gilt, sind die beste Plattform, um zu üben, Feedback konstruktiv anzusprechen.

5.Auf dem Weg zum passenden Futter – Timeout nutzen.
Bereiten Sie sich gut vor. Holen Sie sich in Gedanken her, was Sie an der Person, mit der Sie das Gespräch führen möchten, schätzen. Je „schwärzer“ Ihr Schaf in Ihren Augen sein mag, umso wichtiger ist dieser Teil der Vorbereitung. Denn, wenn Sie sich auf das Positive konzentrieren, die Stärken des anderen im Blick haben (da gibt es immer welche) und die Vorbereitung für ein bewusstes Innehalten nutzen, fällt es Ihnen automatisch leichter, den richtigen Ton zu treffen.

6.Du siehst immer so schwarz….
Kann das gut gehen? Meist nicht. Finden Sie eine neutrale Überschrift für das Thema das Sie ansprechen möchten. Formulieren Sie um. Nutzen Sie ICH-Botschaften, denn klassische DU-Botschaften, wie „Du bist unzuverlässig.“ provozieren Gegenwehr und Abschottung – so schnell können Sie gar nicht reagieren. Und das ist ganz normal. Der Körper schaltet auf Angriff, Starre oder Flucht und schüttet Adrenalin aus, was alle weiteren Worte und Bemühungen Ihrerseits im Sande verlaufen lässt. Ist Ihr Gesprächspartner in dieser körperlichen Verfassung angekommen, haben Sie keine Chance mehr auf ein konstruktives Gespräch. Schildern Sie besser, was Sie konkret wahrgenommen haben. Was Ihnen wann aufgefallen ist. Was Sie gesehen haben. Beschreiben Sie das Verhalten aus Ihrer Perspektive. Verzichten Sie auf eine Bewertung oder Interpretation.

„Mir ist aufgefallen, dass die Kundenbestellungen am Montag und am Donnerstag letzter Woche nach um 17:00 Uhr rausgegangen sind.

7.Schwarze Farbe – große Wirkung.
Im zweiten Schritt, beschreiben Sie, was das bei Ihnen ausgelöst hat und welche Folgen ihr/sein Verhalten hat.

„Das ärgert mich und sorgt dafür, dass unser Lieferversprechen gegenüber dem Kunden nicht eingehalten wird.

8.Zeit für einen Boxenstopp
Geben Sie Ihrem Gesprächspartner die Gelegenheit, das Gesagte aufzunehmen, hören Sie aktiv und interessiert zu. Geben Sie Raum für eine Reaktion. So ermöglichen Sie, dass Ihr Gegenüber Ihr Problem erkennt und darauf reagieren kann.

9.Ich möchte hier nur weiße Schafe, oder…
Nun geht es darum, klar Ihre Erwartung zu formulieren. Und hier kommen wir zurück zu Punkt 1. Sie sind gut vorbereitet und haben Ihr Ziel gut im Blick. Also auf geht es: Äußern Sie klar und sachlich, was Sie sich für die Zukunft wünschen bzw. was Sie anders haben möchten. Hier können Sie auch Lösungsvorschläge aufgreifen.

„Mir ist wichtig, dass die Kundenbestellungen bis 14:00 Uhr bearbeitet sind und in den Versand gehen. Ich bitte Dich dafür Sorge zu tragen und Dir gegebenenfalls rechtzeitig Unterstützung einzuholen, um diese Vereinbarung halten zu können. Ich verlasse mich auf Dich.

Wichtig dabei: Was Sie am Schluss sagen, wirkt am längsten nach. Berücksichtigen Sie das, wenn Sie eine Rückmeldung geben und beenden Sie das Gespräch positiv.

10.Zeit für Farbwechsel
Bei größeren Themen: Vereinbaren Sie ein zweites Gespräch in 6-8 Wochen, um Bilanz zu ziehen und zu reflektieren was sich verändert hat und was es eventuell noch braucht für einen weiteren Schritt in die gewünschte Richtung. Hier ist auch der Zeitpunkt für ehrliche Wertschätzung des Erreichten. Auf der Wiese und in der Box.

Fazit: Trauen lohnt sich. Was Sie gewinnen? Klarheit, Respekt und Positionierung. Und auf Dauer gute Beziehungen, die durch Verbindlichkeit, Vertrauen und offene Kommunikation geprägt sind. Weil Sie Stellung beziehen, die richtigen Wort finden und anfassbar sind. Kein Meister hat seine Exzellenz in die Wiege gelegt bekommen. K. Anders Ericsson, Professor an der Florida-State-University, hat in einer Studie herausgefunden, dass es auf dem Weg zum Weltklasseformat 10.000 Übungseinheiten bedarf. In diesem Sinne – auch wenn Sie nicht in den Spitzensport wollen. Geben Sie sich Zeit und nutzen Sie jede Chance für ein Training, wenn Ihnen ein Thema wirklich wichtig ist. Ein Schweizer Sprichwort sagt „Wir scheitern nicht an den Niederlagen, die wir erleiden, sondern an den Auseinandersetzungen, die wir nicht führen.

Herzlichst, Ihre Anne David

Redakteur

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06. Juni 2011, 18:55

Die zweite Halbzeit...

Es ist Urlaubszeit und auch bei Ihnen geht es gerade ruhiger zu? Immer wieder mal erwischen Sie sich, wie Sie darüber nachdenken, ob Ihr Job noch der Richtige ist und ob es nicht mal wieder Zeit für einen Wechsel wäre? Damit sind Sie nicht allein. Nutzen Sie die Sommerpause für eine persönliche Bestandsaufnahme. Sie führen doch das ganze Jahr Ihre Mitarbeiter und geben den Weg vor. Nun sind Sie dran. Führen Sie sich selbst in die Zukunft, nutzen Sie diese Tage für Ihren eigenen Boxenstopp. Finden Sie Ihre Vision für die nächsten Monate, schaffen Sie Klarheit und orientieren Sie sich für die nächsten Schritte in die eigene Zukunft.

Was Sie dafür investieren müssen? Jeden Tag 2 Stunden – eine Woche lang.

Ihre Urlaubsaufgabe: Stellen Sie sich einmal die gleichen Fragen, die sich Unternehmen, Marketing-, Vertriebs- , Werbeexperten und Produktmanager jeden Tag in Bezug auf Ihre Produkte und Dienstleistungen stellen:

Montag: Bestandaufnahme!
Was ist das ganz Besondere an mir? Was macht mich aus? Was sind Kernkompetenzen, die ich mitbringe? Was unterscheidet mich von der „Konkurrenz“? Warum sollte man sich für mich entscheiden? Was möchte ich noch entwickeln, um unverwechselbarer zu werden? Kurzum: Gewinnen Sie Klarheit über Ihre Stärken und Erfolge. Es gibt Sie. Erkennen Sie eigene Schwächen und gehen Sie den ersten Schritt, um notwendiges Know-how oder Differenzierungsmerkmale aufzubauen. Denn als Führungskraft entscheidet vor allem Ihre Persönlichkeit und Ihre Führungsstärke, ob Ihr Team Ihnen auch durch den großen Sturm folgt.

Dienstag: Hat Ihr Weg ein Herz?
Was begeistert Sie wirklich? Wofür brennen Sie? Was ist Ihre Leidenschaft? BRAND EINS hatte schon in 11/2007 einen Titel „Glücklich sind die Amateure“ denn am leichtesten ist der Weg, wenn Ihre Augen strahlen und das Herz höher schlägt. Wann spüren Sie diese Leidenschaft? Sie wissen es schon – dann suchen Sie nach Wegen, diese Leidenschaft in Ihren Alltag zu übertragen. Starten Sie gleich damit, denn Sie haben die Chance den Wandel selbst in die Hand zu nehmen und Veränderung aktiv zu gestalten! Denken Sie daran, auch kleine Schritte sind der Anfang von etwas Großem.

Mittwoch: Nicht mit der Vergangenheit hadern – Zukunft gestalten!
Sie machen es jeden Tag im Job. Sie analysieren, organisieren, strukturieren und entscheiden. Sie planen, setzen Ziele und Meilensteine. Sie überwinden Hindernisse. Ganz selbstverständlich. Also auf geht’s: Legen Sie einen Strategietag ein. Wo wollen Sie in zwei Jahren sein? Was werden Sie tun? Mit wem? Wo? Wie genau? Was wollen Sie nicht mehr? Wie sieht Ihr Umfeld aus? Entwickeln Sie Ihr persönliches Ziel: positiv formuliert und mit einem Bild im Kopf, einer Headline im Ohr – eins, das Ihre Augen zum Leuchten bringt, konkret messbar, selbst erreichbar und beeinflussbar ist und zu Ihnen passt. Gehen Sie in Führung – so konsequent, wie Sie dies im Job auch tun.

Donnerstag: Ab ins Neuland.
Natürlich ist es nett in Ihrer ganz persönlichen Komfortzone. Und doch meldet sich da immer mal diese Stimme, die sagt "Das kann noch nicht alles gewesen sein. Da geht noch was. Lass uns mal ins Neuland gucken gehen." Hier hilft ein klarer Fokus und den haben Sie ja jetzt. Behalten Sie Ihr Ziel also fest im Auge und denken Sie auch daran: auf dem Weg ins Neuland ist es normal, dass Sie sich dann und wann nach dem gemütlichen Sofa sehnen und sich hier und da ein Hindernis oder besser formuliert eine Herausforderung :-) auftut. Das soll so sein, denn nur Ziele, die auch herausfordernd sind, wecken eine starke innere Motivation in uns. Als Optimist ergreifen Sie die Chance, an diesen Wegpunkten innezuhalten, den Weg zu justieren und sich zu erinnern, wie sehr das Erreichen dieses Ziels Ihr Herz höher schlagen lassen wird.

Freitag: Gehen Sie ins Kino.
In Ihr Eigenes. Sehen Sie voller Genuss zu, wie Sie das Neuland betreten und Ihr Ziel erreichen. Stellen Sie sich vor, wie es sein wird, wenn der Moment gekommen ist. Seien Sie stolz auf sich. Denken Sie zurück an die viele kleinen Schritte, die Sie schon gegangen sind und die Eisberge, die Sie umschifft haben. Genießen Sie den Moment und inszenieren Sie schon heute, wie es sein wird, wenn Sie angekommen sind. Wo sind Sie dann? Wer ist mit Ihnen? Was denken Sie? Was fühlen Sie? In allen Einzelheiten und mit allen Sinnen – denn unsere Olympiasieger machen es nicht anders. Sie haben Ihren eigenen Film 1000 mal gesehen und haben gesiegt.

Samstag: Sehen Sie blue.
Versuchen Sie es. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit konsequent auf das, was schon gut läuft. Was passt derzeit? Was macht Sie glücklich? Es kann eine Kleinigkeit sein. In welchen Momenten ist es manchmal schon ein ganz klein wenig wie im angestrebten Ziel? Was ist dann anders? Und wie merken Sie es? Was machen Sie dann konkret. Nehmen Sie sich Zeit für diese Reflexion. Es geht um Sie. Setzten Sie hier den Fokus – ich bin sicher, Sie werden Ihre Welt mit anderen Augen sehen.

Sonntag: Gehen Sie auf Lösungssuche.
Sicher könnten Sie sich den ganzen Urlaub im Problem vertiefen… Sie könnten, aber Sie müssen nicht. Halten sie inne – wann immer Ihnen ein „JA, ABER“ in den Sinn kommt und versuchen Sie ganz bewusst einen lösungsorientierten Gedanken zu finden.

Zurück im Alltag
Lassen Sie die Welt daran teilhaben.
Sie wissen nun, wo es langgehen soll. Und Sie haben sich schon manches Mal gefragt, warum der liebe Kollege mal wieder das tolle Projekt bekommen hat? Mit Ihrer wertvollen Vorarbeit (Montag bis Sonntag) sind Sie nun fit für Ihr Marketing in eigener Sache. Definieren Sie also Ihre Zielgruppe genau wie die Experten in der Werbeabteilung. Fragen Sie sich: Wer sollte mich kennenlernen? Wer sollte meine Kompetenzen kennen? Wem kann ich mich persönlich vorstellen? Auf welchem Event lerne ich die richtigen Entscheider kennen? Mit wem sollte ich mal zum Mittagessen gehen? Das Motto lautet: Raus aus der Deckung. Denn Sie sind nicht allein und Ihre Chancen steigen mit dem Grad an Vernetzung. Und ganz sicher können Sie mit Ihren Kompetenzen Ihrem Netzwerk ebenso viel Gutes bringen.

Vertrauen ist der Anfang von allem.
Vertrauen Sie darauf, dass Sie es schaffen! Sie haben es weit gebracht und Sie haben Ihren Erfolg verdient! Ganz sicher.

Lassen Sie los.
Mein Mentor sagte mir mal „Du kannst versuchen, die Dinge ganz festhalten zu wollen. Weil sie gerade so gut sind oder handelbar. Und doch passiert Veränderung immer. Und erst wenn Du loslässt, kannst Du auch gestalten und flexibel agieren. Sonst bist Du ganz starr und hast die Hände nicht frei.“ In diesem Sinne: Trauen Sie sich loszulassen und nehmen Sie ganz kleine Schritte, denn letztlich kommt es darauf an, dass Sie vorwärts gehen – und das dürfen Sie ganz in Ihrem Tempo mal langsamer und mal schneller, denn Sie haben Ihre Zukunft ja nun im Blick!

Viel Erfolg und Freude beim Entdecken wünscht Ihnen Ihre Anne David.

Redakteur

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